Anzeige

Großbritannien Junge Mutter freut sich über Geburt eines echten Corona-Wunder-Babys

Großbritannien: Mutter mit Baby
Eine Mutter aus England durfte endlich ihr Baby im Arm halten. (Symbolbild)
© Zurijeta / Shutterstock
Die 27-jährige Britin Marriam Ahmad musste in der 29. Schwangerschaftswoche ins Koma versetzt werden – sie hatte Corona. Ob sie und ihr Baby überleben würden, war fraglich.

Die letzten Worte, die die junge Britin Marriam Ahmad vor der Geburt ihres Kindes hörte, waren drastisch: "Wir müssen Sie an ein Beatmungsgerät anschließen, wir führen einen Kaiserschnitt durch und holen das Baby. Sie werden bewusstlos sein, vielleicht schaffen Sie es nicht. Verabschieden Sie sich besser."

Die 27-jährige Anwaltsgehilfin, die sich gerade erst in der 29. Schwangerschaftswoche befand, war wegen einer Coronainfektion ins Krankenhaus gekommen. Anfangs ging es ihr gar nicht besonders schlecht, wegen ihrer chronischen Asthma-Erkrankung brauchte sie aber extra Sauerstoff. Doch ganz plötzlich musste die Sauerstoffsättigung drastisch erhöht werden, ihr Zustand verschlechterte sich rapide. Sie erinnert sich nur noch, wie ihr jemand fürsorglich das Gesicht wusch, und an den Lärm, den das Sauerstoffgerät machte. "Ich konnte sonst nichts mehr hören, es war so laut. Ich war sehr schwach", sagte sie in einem Interview mit der BBC.

Zustand der Frau verschlechterte sich plötzlich

Schon bevor es ihr so viel schlechter ging, hatten die Ärzte Marriam auf die Möglichkeit hingewiesen, dass man im Notfall einen Kaiserschnitt durchführen müsse. Das war riskant, denn das Baby war noch sehr klein und würde den Eingriff vielleicht nicht überleben. Für die werdende Mutter eine schreckliche Vorstellung – sie war in ihrer Schwangerschaft noch nicht einmal so weit, dass sie und ihr Mann Usman ernsthaft über einen Namen für das Kind nachgedacht hatten. Immerhin sagten die Ärzte, dass sie während der OP lediglich örtlich betäubt werden und somit bei Bewusstsein bleiben könne. Doch als es der 27-Jährigen plötzlich sehr viel schlechter ging, war diese Option vom Tisch – Marriam Ahmad musste ins künstliche Koma versetzt werden.

Mit Hilfe der Ärzte konnte sie noch ihren Eltern und ihrem Mann Bescheid geben und sich verabschieden – nicht wissend, ob sie sie je wiedersehen würde und ob sie ihr Kind jemals kennenlernen dürfte. "Ich war allein und hatte große Angst", erinnert sich die junge Frau. Dann wurde sie ins Koma versetzt. Die Ärzte holten das Baby per Kaiserschnitt auf die Welt. Wie durch ein Wunder gelang der Eingriff komplikationslos und das kleine Mädchen überlebte. Auch wenn "Baby Ahmad", wie die Krankenhausmitarbeiter es mangels eines Vornamens liebevoll nannten, in den ersten Tagen gerade einmal 1,1 Kilogramm wog.

Das kleine Baby blieb zunächst namenlos

Ein zweites Wunder war es, wie schnell sich der Zustand der Mutter verbesserte. Entgegen aller Erwartungen und Warnungen der Ärzte ging es Marriam bald so viel besser, dass man sie aus dem Koma erwecken konnte. Sie erinnert sich, dass sie zuerst einmal bemerkte, dass ihr Schwangerschaftbauch verschwunden war. Dann, dass sie große Schmerzen hatte. "Ich hatte keine Ahnung, was passiert war", sagte sie der BBC. Wegen ihrer Coronainfektion und weil ihre kleine Tochter noch so schwach war, konnten sich Mutter und Kind vorerst allerdings nicht sehen. Die 27-Jährige berichtet, wie rührend alle Pfleger und Ärzte sich in der Folge um sie kümmerten und ihr immer wieder Handyfotos und -videos des kleinen Mädchens zeigten, damit sie ja keine Entwicklung ihrer Tochter verpasste.

"Sogar der Reinigungsmann von der Intensivstation erinnerte sich an mich", sagt Marriam. "Er kam immer wieder kurz vorbei und fragte: 'Wie geht es Ihnen? Wie geht es Baby Ahmad?'" Nach einer Woche, die sich für Marriam und ihren Mann endlos lang anfühlte, durften die beiden sich endlich wiedersehen – und auch ihre kleine Tochter zum ersten Mal in den Armen halten. Nun hatten sie auch einen Namen für sie: Khadija. "Im islamischen Glauben ist Khadija eine starke, unabhängige Frau. Und Khadija war so stark! Es war ein Wunder!" Inzwischen sind Mutter und Tochter gesund und munter zuhause.

Quelle: BBC

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf stern.de.

wt/stern

Mehr zum Thema

VG-Wort Pixel